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Auwald

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Auwald Artikel

Auwald genannt die natürliche Vegetationsform entlang der Bäche und Flüsse, die sich in fast allen Vegetationszonen ausbildet. Auwälder sind azonale Waldgesellschaften. Aufgrund ihres Nährstoffreichtums zählen Auwälder zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde. In Europa wurden Auwälder frühzeitig gerodet, da die reichen Böden exellentes Weideland darstellen. Heute finden sich v.a. in Mitteleuropa ca. noch Reste des ursprünglichen Auwaldvorkommens. Heutige Probleme entstehen weniger durch die landwirtschaftliche Nutzung denn durch die Versiegelung der Flächen.

Die typischem Merkmale für den Auwald sind die Flüsse mit die Sedimentablagerung (in Reihenfolge: Sand-Kies-Ton und nach 5-10 Metern Aue-Lem), welche die Funktion haben das Wasser aufzuhalten und somit am Abfließen zu hindern, sowie der daraus resultierende hohe Grundwasserspiegel, und zusätzlich periodische Überschwemmungen. Ein Auenwald setzt sich zusammen aus Wald, Wiese und Fluss.

Ein Auwald ist der Wald entlang eines Gewässers.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Auwälder. Wilde Flusslandschaften in Europa (Edition Rasch und Röhring) Es gibt noch perfekte Bildbände Wer die Unberührtheit und Schönheit von Auwäldern mag, wird dieses Buch lieben. Auf zahlreichen hochwertigen und wundervollen Fotos wird dieser vielfältige und traumhafte Lebensraum dargestellt und mit informativem und sehnsuchtsweckendem Text beschrieben. Wohl kein anderer Bildband wird dem Anspruch, den auwaldtypischen...

Auwälder in Mitteleuropa

Auwälder unterliegen der Dynamik fließenden Wassers. Längs des Flusses beeinflusst die Strömung (von der Quelle zur Mündung), quer zu dem Fluss die Höhe des Hochwassers die Vegetation. Nach M. Moor (1958) werden fünf Zonen der flussparallelen Wälder unterschieden:

Neben dieser Längsgliederung ist eine mehr oder weniger ausgeprägte Quergliederung erkennbar, eine Stufenreihe der Formationen ausgehend von der Flussmitte bis zu dem Rand der Aue. Vor allem in Mittel- und Unterlauf sind diese zu erkennen.

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Quellauf

Hier finden sich streckenweise so genannte Staudenfluren, wie z.B. Tamarisken (Myricaria germanica). Ist die Fließgeschwindigkeit sehr hoch kann begleitende Vegetation auch fehlen. Bremsen Hindernisse (Felsschwellen) den Fluss können auch weidenbestimmte (Salix) Auen auftreten.

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Oberlauf

Der Auwald ist hier meist ca. als ein schmales, flussbegleitendes Band ausgebildet. Wegen der hohen Strömungsgeschwindigkeit werden ca. Kies und grober Sand abgelagert. Auf den so entstandenen Kiesbänken können sich Weide z.B. Purpurweide (Salix purpurea) ansiedeln, etwas ferner des Flusses finden sich Grauerlen (Alnus incana) und weitere flachwurzelnde Weichhölzer ein.

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Mittellauf

Die Fließgeschwindigkeit nimmt deutlich ab und die Sedimentation nährstoffreichen Feinmaterials setzt ein. Außer der Vegetation der Kiesbänke bilden sich nun Weichholz- und Hartholzaue aus.

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Unterlauf

Eine deutliche Abnahme des Gefälles und zunehmende Mäander kennzeichnen die Situation in diesem Teil des Flusslaufes. Die Fließgeschwindigkeit sinkt, folglich sinken auch kleinste Schwebteilchen (Tone u. Schluffe) nieder. Durch periodische oder zeitweise Überschwemmungen entstehen, abhängig vom Ausgangsgestein oder –substrat sehr nährstoffreiche Böden (Borowina, Vega, Tschernitza). Weichholzaue und Hartholzaue sind hier besonders artenreich ausgebildet.

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Mündungslauf

Die Vegetationsentwicklung in diesem Verlauf des Flusses ist abhängig davon, ob der Gezeiten den Wasserstand mit beeinflussen. Ist dies, wie bei den meisten mitteleuropäischen Flüssen der Fall, bilden sich besondere Röhrichtdickungen aus.

Der Salzgehalt der Tide stellt einen begrenzenden Faktor dar.

Die Stufenreihe in dem Mittel- und Unterlauf folgt idaltypisch diesem Aufbau:

  • Flussbett
  • Amphibischer Uferbereich
  • Flussröhricht
  • Weidengebüsch
  • Weichholzaue
  • Hartholzaue
  • Randmoore
  • nicht überflutete Gestade
  • (eiszeitliche) Schotterterrassen
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Bedeutung des Leipziger Auenwaldes

Der Leipziger Auenwald ist ein Auenwald mit europäischem Rang. Früher war er eine Weichholz-Aue (das bedeutet das große Bereich des Waldes unter Wasser standen, typische Pflanze für eine solche Aue ist die Erle), doch nach dem Leipzig das Stadtrecht erhielt wurden Kanäle und Wehre gebaut welche die Überschwemmungen regulieren und Leipzig zu einem Anschluss an das Wassertransportnetz machen sollten, woraufhin am Anfang des 20. Jahrhunderts der Grundwasserspiegel rasch sank und sich durch die besagte Zerstörung der Flussläufe eine Hartholzaue bildete (typisch hierfür ist die Stieleiche). Der Auenwald ist ein Kleinod und Juwel für Leipzig und ist trotz allem noch recht gut erhalten. Es hat eine Länge von 30km und eine Durchschnittsbreite von 5 km. Der Auenwald ist in seiner Gesamtheit heute ein Naturschutzgebiet.====Literatur==== Ellenberg, Heinz: Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen in ökologischer, dynamischer und historischer Sicht. Stuttgart, Eugen Ulmer Verlag 1996 (1095 S.)

Scheffer, Fritz; Schachtschabel, Paul; Blume, Hans-Peter: Lehrbuch der Bodenkunde. Berlin, Spektrum, Akademischer Verlag 2002 (593 S.)

Strasburger, Eduard: Lehrbuch der Botanik. Berlin, Spektrum, Akademischer Verlag 1999 (1007 S.)



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